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Odoo News Mai 2026

14. Mai 2026

Diese Updates aus dem Odoo & ERP-Universum sollten Sie diesen Monat nicht verpassen. .

News aus dem Odoo HQ

Offizielle Updates und Beiträge direkt aus Odoo’s Zentrale, von Odoo-Mitarbeitern und Odoo-Gründer Fabien Pinckaers.

OWL 3.0 bringt große Architektur-Änderungen

Odoo hat die Release Notes für Owl 3.x, die kommende Version seines UI-Frameworks, veröffentlicht. Weil die Codebasis von Odoo in den letzten Jahren stark gewachsen ist, stieß die Architektur an ihre Grenzen. Owl 3 löst diese Probleme durch eine bessere Typisierung, konstantere Performance und ein komplett überarbeitetes Reaktivitätssystem.

Das Update bringt einige große Änderungen mit sich, soll aber die zukünftige Entwicklung deutlich vereinfachen und stabiler machen.

Die wichtigsten Neuerungen:

  • Signalbasierte Reaktivität: Owl 3 ersetzt useState durch „Signals“, Computed Values und Effects. Statt implizite Proxys zu nutzen (die oft zu schwer auffindbaren Bugs führen), tracken Signals exakt, wann und wo sich Daten ändern. UI-Updates werden dadurch viel berechenbarer.

  • Plugins statt 'env' und Services: Das klassische env-Objekt und die Odoo-Services werden durch ein neues Plugin-System abgelöst. Plugins sind eigenständige, typsichere Bausteine, die Autovervollständigung und die generelle Arbeit in der IDE deutlich erleichtern.

  • Neues Props-System: Komponenten-Props werden nun direkt über einen props()-Aufruf deklariert und nicht mehr über statische Objekte. Zudem optimiert der Compiler Arrow-Funktionen nun automatisch (das .alike-Verhalten), was unnötige Re-Renders von Child-Komponenten ohne manuellen Aufwand verhindert.

  • Striktes Template-Rendering: Um Scoping-Bugs zu vermeiden, leiten Templates die Herkunft von Variablen nicht mehr implizit ab. Für den Zugriff auf Komponentendaten ist nun zwingend ein this.-Präfix nötig (also <t t-out="this.value"/> statt einfach value).

  • Aufgeräumte Template-Direktiven: Die alte t-esc-Direktive wird durch t-out ersetzt. Außerdem heißt t-slot künftig t-call-slot, um Verwechslungen auszuschließen. t-call ist ab sofort nur noch auf <t>-Nodes erlaubt.

  • Einfachere Referenzen & Formulare: Sowohl t-ref (für DOM-Zugriffe) als auch t-model (für Two-Way-Data-Binding) wurden komplett auf das neue Signals-System umgestellt. Das macht die Datenübergabe zwischen Parent- und Child-Komponenten viel unkomplizierter.

Ausblick auf die Migration zu Owl 3:

Da es sich um grundlegende Architekturanpassungen handelt, erfordert der Wechsel von Owl 2 auf Owl 3 etwas Arbeit – vor allem, weil in den Templates überall das neue this.-Präfix ergänzt werden muss.

Odoo will dafür automatisierte Skripte bereitstellen, die den Großteil der Template-Migration übernehmen. Außerdem sind temporäre Kompatibilitätsebenen (wie ein useEnv-Hook) geplant, damit Entwickler ihre bestehende Architektur nicht am ersten Tag komplett umschreiben müssen. Langfristig soll der Code durch diese Änderungen deutlich sauberer und wartbarer werden.

Native Spracheingabe für den KI-Chat in Odoo 20

Voice-to-Text kommt offiziell in den KI-Chat von Odoo. Odooer Fabrice Henrion hat kürzlich auf LinkedIn ein „Ask AI“-Fenster im Listening-Modus gezeigt und einen neuen GitHub-Commit geteilt, der eine native Spracheingabefunktion bestätigt.

Dabei wurde nicht einfach nur ein Mikrofon-Button in die UI geklatscht. Das Update überarbeitet die gesamte Voice-Recorder-Architektur von Odoo, um die Funktion systemweit und zuverlässig zu unterstützen.

Das Update umfasst:

  • Voice-to-Text-Spracheingabe: User können direkt mit dem KI-Assistenten sprechen, um die Datenbank zu durchsuchen oder Befehle zu geben, ganz ohne tippen zu müssen.

  • Neues UI für Aufnahmen: Das Interface des Voice-Recorders wurde modernisiert. Es bietet jetzt eine Live-Audio-Visualisierung, einen Timer sowie klare Buttons zum Bestätigen oder Abbrechen der Aufnahme.

  • Verbesserungen unter der Haube: Der zugrundeliegende Code ist nun deutlich stabiler und verarbeitet Audio-Monitoring, Dateicodierung und Aufnahmelimits viel zuverlässiger.


Odoo 19.3 Release Notes sind da

Odoo hat die Versionshinweise für das Update 19.3 veröffentlicht. Hier sind die spannendsten Neuerungen im Überblick: 

Künstliche Intelligenz

KI wird immer tiefer in die Kernprozesse integriert und dient nun als digitaler Assistent für Daten und Design.

  • AKI-gestützte Datensatzverwaltung: Sie können KI-Agenten beauftragen, Datensätze neu anzulegen oder zu aktualisieren. Das System füllt dann Datenfelder aus oder ändert den Status – ganz einfach über Anweisungen in natürlicher Sprache

  • KI-Bildgenerierung: Odoo bringt jetzt eine integrierte KI-Bildgenerierung mit. Damit lassen sich originelle Grafiken für Produktplatzhalter oder Marketingmaterialien direkt in der Plattform erzeugen

  • KI-Website-Assistent: Im Website-Builder hilft Ihnen jetzt ein Assistent bei der Theme-Auswahl und der Content-Erstellung. Dieser "digitale Designer" unterstützt Sie dabei, neue Seiten im Bruchteil der üblichen Zeit online zu bringen oder aufzufrischen.

Mobile Nutzung & Offline-Produktivität

  • Universelle Offline-Funktionen: Die Offline-Nutzung ist nicht mehr auf einzelne Apps wie das Kassensystem (POS) beschränkt. Sie können jetzt im gesamten Odoo-Ökosystem Datensätze erstellen, bearbeiten oder archivieren, auch ohne Internet. Die Änderungen werden lokal gespeichert und automatisch synchronisiert, sobald die Verbindung wieder steht. Ideal für unterbrechungsfreies Arbeiten in Funklöchern, etwa in großen Lagerhallen oder im Außendienst

  • Übersetzungsmodus: Es gibt jetzt einen eigenen Übersetzungsmodus. Er lässt sich blitzschnell über die Befehlspalette aufgerufen, um mehrsprachige Inhalte direkt "on the fly" zu managen.

Buchhaltung & Online-Zahlungens

Diese Neuerungen sollen Finanzaufgaben bündeln und die Fehlerkorrektur deutlich erleichtern.

  • Rechnungen direkt bezahlen: Lieferantenrechnungen lassen sich jetzt über angebundene Zahlungsdienstleister direkt aus der Odoo-Oberfläche heraus begleichen. Das ständige Einloggen ins Bankportal für jede einzelne Überweisung entfällt damit

  • Stapelweise "Zurücksetzen auf Entwurf": In der Listenansicht können Sie ab sofort mehrere Datensätze markieren und gleichzeitig auf den Status "Entwurf" zurücksetzen. Das spart massiv Zeit, wenn sich bei dutzenden Rechnungen oder Aufträgen Tippfehler eingeschlichen haben

  • Neue Zahlungsmethoden: Zu den neuen Integrationen zählen Wero sowie erweiterter Stripe-Support für Alma und Swish. Wie bereits angekündigt, wird SOFORT nicht länger unterstützt.

Logistik, Barcodes & Etiketten

Hier dreht sich alles um mehr Präzision im Lager und bessere Transparenz im Verkauf.

  • Allgemeines Etikettendesign: Das zentrale Tool für das Etikettendesign wurde systemweit überarbeitet. Sie haben nun deutlich mehr Kontrolle über das Layout und Design von Produkt-, Versand- und Inventaretiketten

  • Preistransparenz im Einzelhandel: Im Kassensystem (POS) lässt sich der Grundpreis jetzt direkt auf dem Etikett andrucken. Das erleichtert Kunden den Preisvergleich bei verschiedenen Packungsgrößen (z. B. "Preis pro Liter") und sorgt dafür, dass Sie rechtliche Vorgaben zur Preisauszeichnung mühelos einhalten

  • Erweiterter Barcode-Scan: Die Barcode-App unterstützt nun auch Produktionsabläufe und vorkodierte Pakete. Wenn Sie ein Paket scannen, erkennt das System automatisch den gesamten Inhalt – das mühsame Erfassen einzelner Artikel entfällt

  • Nicht verfolgte Waren: Waren in Paketen, die keine individuelle Serien- oder Chargennummer brauchen, lassen sich nun leichter verarbeiten. Das vereinfacht den Umgang mit Massenware von geringem Wert enorm.

Fertigung & Instandhaltung

  • Kanban-Ansicht für Aufträge: Fertigungsaufträge lassen sich ab sofort über ein visuelles Kanban-Board steuern. Das gibt der Produktionsleitung einen optimalen Überblick aus der Vogelperspektive: Welche Aufträge laufen, wo hakt es?

  • Komponententausch: Der Austausch von Komponenten oder spontane Änderungen mitten im Produktionsprozess laufen jetzt wesentlich runder. Das ist Gold wert, um die Bänder am Laufen zu halten, wenn bestimmte Bauteile einmal fehlen sollten.


Besuch von DRK-Delegation vor 1. Afrika OXP

Odoo empfing kürzlich 19 Beamte aus acht Behörden der Demokratischen Republik Kongo (DRK). Ziel war es zu zeigen, wie digitale Lösungen die öffentliche Verwaltung schlanker machen können.  

Die Gruppe legte über 10.000 Kilometer zurück, um sich vor Ort ein Bild von der Zusammenarbeit zwischen Odoo und afrikanischen Institutionen zu machen. Dabei sammelten die Vertreter wertvolle Praxis-Einblicke, mit denen sie die laufende digitale Transformation in ihrem Heimatland weiter vorantreiben wollen.  

Dieses Treffen ist ein wichtiger Meilenstein für Odoos wachsende Präsenz in Afrika – passend zur allerersten "Odoo Experience"-Veranstaltung in Kenia am 3. und 4. September.

Odoo teasert neuen KI-Agenten für Version 20

In einem aktuellen Webinar hat Odoo die neuesten KI-Features der Updates 19.1 und 19.2 sowie der heiß ersehnten Version 19.3 live gezeigt. Dabei ließ das Team auch schon erste handfeste Details zu Odoo 20 durchblicken – und die Zukunft steht klar im Zeichen der autonomen KI-Agenten.  

Das sind die neuen Funktionen:

  • Datensätze per Chat aktualisieren: Ein kurzer Befehl im Chatfenster reicht aus, um bestehende Datenbankeinträge auf den neuesten Stand zu bringen.​  
  • Neue Datensätze anlegen lassen: Egal ob Kundenprofile oder neue Verkaufschancen – auf Zuruf erstellt die KI komplett neue Einträge.  
  • Bilder generieren: Produktfotos lassen sich jetzt direkt in Odoo erstellen oder bearbeiten. So können Sie etwa ein simples Artikelbild nahtlos in einen völlig neuen, realistischen Hintergrund einbauen lassen. 
  • Websites per „Vibe Coding“ bauen: Sie beschreiben einfach in Textform, was Sie sich optisch wünschen, und die KI baut Ihnen das komplette Website-Layout inklusive passendem Theme.  
  • Websuche: Die KI-Agenten können ab sofort selbstständig online recherchieren. Sie können der KI also einfach den Link zu einer anderen Website als Design-Vorbild mitgeben.​  
  • Automatisierte SEO-Optimierung: Odoo generiert jetzt völlig automatisch SEO-optimierte Titel, Beschreibungen und passende Keywords, um das Suchmaschinen-Ranking Ihrer Seite zu pushen.  
  • Massen-Upload für Dokumente: Laden Sie problemlos gleich mehrere Dateien auf einmal hoch, um Ihren KI-Agenten mit spezifischem Unternehmenswissen zu füttern.  
  • KI-Wissen manuell auf den neuesten Stand bringen: Der Wissensstand Ihrer KI lässt sich nun ganz bequem per Knopfdruck auffrischen. Das nervige Löschen und Neu-Hochladen von Dokumenten fällt endlich weg.  
  • KI direkt zu Dokumenten befragen: Sparen Sie sich das Lesen langer Texte. Sie können sich Dokumente direkt in der Vorschauansicht zusammenfassen lassen oder die KI gezielt nach bestimmten Details durchsuchen.

Ausblick auf Odoo 20: 

Das nächste große Release wird den Fokus noch stärker darauf legen, KI als zentralen, eigenständigen Bestandteil fest in den Arbeitsalltag zu integrieren. Außerdem hat Odoo vor, die Auswahl an verfügbaren KI-Modellen deutlich aufzustocken. 

Momentan greift Odoo auf ChatGPT und Gemini zurück, aber das Team arbeitet unter Hochdruck daran, weitere Anbieter anzubinden. Besonders hoch im Kurs steht dabei Mistral – eine europäische, lokale Alternative, die sich viele Kunden schon lange wünschen.

Die Uhr tickt allerdings: Bis zum geplanten Launch im September haben die Entwickler ein extrem knappes Zeitfenster von gerade einmal vier Monaten.

Die Anbindung dieser neuen Modelle steht für Version 20 ganz oben auf der Prioritätenliste. Wenn die Zeit aber nicht reicht, könnte sich dieses Feature auf Version 21 verschieben.


Community-Tratsch

Die heißen Themen, über die Odoo-Nutzer diesen Monat sprechen. 

Odoo 20 erweitert HMRC-Integration

Achtung an alle britischen Odoo-Nutzer: Man munkelt, dass Version 20 einige gewaltige Buchhaltungs-Upgrades für Großbritannien im Gepäck hat.

Odoo-Experte William McMahon hat im Netz vorab einige Neuigkeiten geteilt. Während Odoo das MTD-Verfahren (Making Tax Digital) für die Mehrwertsteuer schon länger beherrscht, sieht es so aus, als würden sie ihre HMRC-Integration endlich auf das gesamte britische Steuer-Ökosystem ausweiten. Wenn alles nach Plan läuft, bekommt Großbritannien native Unterstützung für:

  • MTD für die Einkommensteuer (Gerüchten zufolge ist das bereits fertig entwickelt und wartet nur noch auf die Genehmigung der HMRC)

  • CT600-Steuererklärungen (Körperschaftssteuer)

  • Jahresabschlüsse

  • Self-Assessment-Einreichungen (Einkommensteuererklärungen für Selbstständige)

Das wäre ein riesiger Schritt nach vorn für die britische Lokalisierung und die Akzeptanz in Unternehmen. Doch wie einige Nutzer völlig zu Recht anmerken, gibt es einen offensichtlichen Haken: Das Ganze ist nur dann ein echter Gewinn, wenn Odoo sich auch wirklich dazu verpflichtet, diese Tools jedes Mal zu pflegen und zu aktualisieren, wenn die HMRC die Regeln ändert.


Finger weg von direkten Altdaten-Migrationen!

Ein aktueller Reddit-Thread hat eine klassische Odoo-Diskussion neu entfacht: Das Übertragen historischer Daten aus einer alten Datenbank direkt in ein laufendes System. Auslöser war ein User, der Daten aus neun Monaten von Odoo 11 Community direkt in ein aktives Odoo 19 Enterprise-Setup rüberschieben wollte.

Die Odoo-Community schlug sofort Alarm. Daten über so viele Versionssprünge hinweg zusammenzuführen, ist erfahrungsgemäß ein einziges Minenfeld. Die Standard-Upgrade-Tools sind einfach nicht dafür gemacht, unvollständige Datensätze in eine Live-Datenbank zu werfen – Systemkonflikte sind da vorprogrammiert.

Anstatt einer direkten Migration lautet der Konsens: Das Ganze muss als streng kontrolliertes Datenimport-Projekt aufgezogen werden. Was Odoo-Veteranen als sichersten Weg empfehlen:

  • Nur exakt die Datensätze exportieren, die man auch wirklich braucht.

  • Maßgeschneiderte Skripte nutzen, um die Daten sauber auf die neue Architektur umzubiegen (Mapping).

  • Gründlich in einer Staging-Umgebung testen, um Albträume wie doppelte Kontakte oder zerschossene Buchungssätze zu vermeiden.

Odoo.sh löscht Staging nach 30 Tagen

Odoo.sh-Nutzer aufgepasst: Seit dem 31. Mai werden Staging-Instanzen bereits nach 30 statt wie bisher nach 90 Tagen gelöscht.

Nach Ablauf dieses Monats muss die Instanz neu erstellt oder komplett von vorn begonnen werden.

Odoo hat diese Änderung nicht einmal offiziell angekündigt; findige Partner entdeckten sie eher zufällig in der Dokumentation. Hieß es dort früher noch, Staging-Datenbanken seien "für eine Dauer von bis zu drei Monaten vorgesehen", ist jetzt von einer "automatischen Löschung nach einem Monat" die Rede. Wer den Branch weiter nutzen will, muss ihn also neu aufsetzen.  

In der Community sorgte dieser Schritt online für ordentlich Frust. Kritisiert wurde vor allem die fehlende Vorabinfo und die Tatsache, dass es schlicht unrealistisch sei, sämtliche Tests in ein knappes 30-Tage-Fenster zu pressen.

Die Odoo-Führungsebene bleibt jedoch bei ihrer Entscheidung. Ihr Argument: Staging sei für schnelle Code-Fixes gedacht und nicht als Langzeitspeicher. Product Owner Fabrice Henrion verteidigte den Schritt mit der Aussage, dass das Testen einer Code-Änderung nicht mal eine Woche dauern dürfe, geschweige denn 30 Tage.

Viele Odoo-Partner lassen diese Argumentation allerdings nicht gelten. Sie halten dagegen, dass Anwenderschulungen, komplexe Datenmigrationen und ausgiebige Abnahmetests (UAT) in der Praxis oft Monate dauern. Das neue 30-Tage-Limit wird hier zur echten Stolperfalle.

Vibe Coding in Odoo - Fluch oder Segen? 

Seit Claude kürzlich in Odoo.shintegriert wurde, laufen die Diskussionen im Netz heiß: Geben Unternehmen damit die Kontrolle über ihre eigene Software aus der Hand?


Mit diesem neuen Setup bekommen Unternehmen eine gewaltige Programmier-Power in die Hände. Projekte, die früher Monate gedauert haben und richtig ins Geld gingen, sind jetzt innerhalb von Minuten erledigt. Gerade für Firmen, die mit einem knappen Budget kalkulieren müssen, ist das ein absoluter Jackpot. Schließlich lassen sich so völlig neue Ideen extrem kostengünstig und komplett ohne finanzielles Risiko ausprobieren.


Erfahrene Entwickler schlagen jedoch Alarm. Sie warnen eindringlich davor, sich blind auf die KI zu verlassen. Die Folge ist nämlich oft unübersichtlicher „Spaghetti-Code“ und tief versteckte Fehler, die später im Live-Betrieb kaum noch zu beheben sind. Gerade bei geschäftskritischen Kernsystemen gilt die goldene Regel: Stabilität schlägt Geschwindigkeit. Ohne eine erfahrene Hand, die alles kontrolliert, wird das schnelle „Vibe Coding“ rasch zu einem riesigen Berg an technischen Schulden.


Unterm Strich wird uns diese Diskussion wohl noch eine ganze Weile begleiten. Ähnlich wie beim Dauerstreit um Odoo Studio dürfte auch die Debatte um KI-generierten Code ein fester Bestandteil der Community-Kultur werden. Wir stehen bei der KI-gestützten Anpassung schließlich erst ganz am Anfang – und der Einfluss dieser Technologie wird in Zukunft garantiert nicht kleiner werden.

Neues aus der ERP-Welt 

Schlagzeilen aus der ERP-Welt, die Sie nicht verpassen sollten.

EU verbietet US-Cloud-Dienste für sensible Daten

Die EU-Kommission hat die Nutzung von US-Cloud-Diensten für sensible Daten im Gesundheits-, Finanz- und Justizsektor offiziell verboten. Das trifft große Provider wie Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud, die aktuell rund 80 Prozent des europäischen Marktes beherrschen. Das Verbot ist eine direkte Reaktion auf den US Cloud Act, der amerikanischen Behörden den Zugriff auf Kundendaten erlaubt – unabhängig davon, wo diese gespeichert sind.

So reagiert der Markt:

  • Strenge Vorgaben: Flankierend zum Verbot führt eine neue Verordnung acht konkrete Souveränitätsziele und einen „Souveränitäts-Score“ zur Bewertung von Cloud-Infrastrukturen ein.

  • Lokale Alternativen bringen sich in Stellung: Europäische Provider füllen die entstehende Lücke schnell. Die „T Cloud Public“ von T-Systems wurde gerade für den Behördeneinsatz zugelassen und verarbeitet alle Daten ausschließlich in deutschen Rechenzentren.

  • Ein europäisches CRM: T-Systems und BSI Software entwickeln gemeinsam eine rein europäische SaaS-Plattform für das Customer Relationship Management. Damit erhalten Banken und Versicherungen eine Lösung, die nicht den US-Datenregeln unterliegt.

  • Fujitsu und Anthropic kooperieren: Fujitsu integriert das KI-Modell Claude in seine sichere Infrastruktur, um streng regulierten Branchen eine gesetzeskonforme Option zu bieten.

  • Klare Fristen für KI: Der Zeitplan für den EU AI Act steht nun fest. Transparenzregeln für KI greifen ab Dezember 2026, Hochrisiko-KI-Systeme müssen bis Dezember 2027 compliant sein.

  • Wachsende Bedrohungslage: Die neuen Regeln kommen zu einer kritischen Zeit. Die Zahl der Banking-Trojaner stieg Anfang des Jahres um 196 Prozent, und die DSGVO-Bußgelder summieren sich inzwischen auf über 6,11 Milliarden Euro. Zudem tun sich viele Unternehmen schwer damit, autonome KI-Agenten sicher zu kontrollieren.

Dem europäischen Tech-Sektor stehen intensive Jahre bevor. Bis Juni 2027 werden die aktualisierten BSI-Standards verbindlich. Branchenverbände und Politik fordern derweil vehement mehr „ethische KI“, um Europas starke Abhängigkeit von Hard- und Softwareimporten zu reduzieren. Der Praxistest wird nun zeigen, ob der Mittelstand in den kommenden Jahren tatsächlich auf lokale Alternativen wie Hetzner oder Mistral AI umsteigt.

Microsoft testet KI-Tool für schnellere Dynamics 365-Rollouts

Microsoft startet eine Private Preview für „Project Mia“ – ein neues Tool, das die Einführung von Dynamics 365 in Unternehmen beschleunigen soll. Das System nutzt KI-Agenten, um die oft langwierigen Konfigurationsschritte bei Unternehmenssoftware zu automatisieren.

Die Testphase beginnt diesen Monat mit einer kleinen Gruppe von Partnern und konzentriert sich zunächst auf die Module Finance und Supply Chain Management. Microsoft plant im Laufe des Jahres eine breitere Public Preview und strebt den offiziellen Launch noch vor Ende 2026 an. Später soll die Technologie auch auf die Plattformen für Sales, Customer Service und Contact Center ausgeweitet werden.

Asana kauft StackAI für systemübergreifende Automatisierung

Asana übernimmt das KI-Startup StackAI für rund 75 Millionen Dollar und verlagert seinen Fokus damit vom reinen Projektmanagement hin zur umfassenden Workflow-Automatisierung. Der Zukauf wurde im Rahmen der aktuellen Quartalszahlen bekannt gegeben.

StackAI ist eine No-Code-Plattform, die darauf spezialisiert ist, verschiedene Softwarelösungen miteinander zu verknüpfen. Während die meisten KI-Assistenten auf eine einzige Anwendung beschränkt sind, lassen sich mit StackAI Workflows erstellen, die Daten zwischen getrennten Systemen wie Salesforce, Slack und Google Workspace austauschen. Asana hat die Plattform bereits intern getestet, um automatisch Daten aus unterschiedlichen Marketing-Tools zu aggregieren und so das eigene SEO-Budget zu steuern.

Die Akquisition kommt für Asana zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Zwar stieg der Quartalsumsatz um 9,5 Prozent auf 205,1 Millionen Dollar, doch die Aktie stand zuletzt unter Druck. Investoren fordern inzwischen greifbare Belege dafür, dass KI-Features echtes Wachstum generieren. 

Mit dem Zukauf geht Asana in den direkten Wettbewerb mit Anbietern wie Salesforce, Monday.com und Zapier, die derzeit ebenfalls massiv in systemübergreifende Automatisierungstools investieren.

SAP präsentiert KI-Offensive nach API-Shitstorm

Auf der jüngsten Sapphire-Konferenz hat SAP seine neue KI-Roadmap präsentiert – und das nur wenige Wochen nach heftiger Kritik aus der Community. Der Software-Riese hatte sich ein dickes Eigentor geschossen, als er externen KI-Tools kurzerhand den Hahn abdrehte. Durch eine Änderung der API-Richtlinien wurde Drittanbietern und Open-Source-KIs der direkte Datenzugriff auf SAP-Systeme nämlich blockiert.

CEO Christian Klein verteidigte diesen Schritt nun auf der Bühne und stellte die Vision des „Autonomen Unternehmens“ vor. Die Botschaft dahinter ist unmissverständlich: KI-Prozesse sollen bitteschön komplett im eigenen SAP-Ökosystem bleiben.

Hier sind die wichtigsten Punkte der Ankündigung:

  • Über 50 KI-Assistenten: SAP integriert KI direkt in Kernmodule wie Finance und HR. Die zentrale Schnittstelle Joule Work nutzt die Sprachmodelle von Anthropic, um komplexe, mehrstufige Aufgaben eigenständig abzuarbeiten.
  • Daten im goldenen Käfig: Die Sperre für fremde KIs rechtfertigt SAP mit dem Sicherheitsargument. Die hauseigenen Tools seien schlicht sicherer, weil sie direkt mit der Business Data Cloud und einem neuen Knowledge Graph verdrahtet sind.
  • €100 Millionen Euro und n8n gegen die Abwanderung: Damit Entwickler gar nicht erst auf externe Plattformen schielen, wirft SAP einen 100-Millionen-Euro-Fonds auf den Markt. Das Geld soll Partnern dabei helfen, maßgeschneiderte Agenten im Joule Studio zu bauen, das ab sofort auch die Automatisierungsplattform n8n an Bord hat.
  • Große On-Premises-Kehrtwende: Als fettes Zugeständnis an unzufriedene Kunden kippt SAP den strikten Cloud-Zwang für KI. Auch ältere On-Premises-Systeme dürfen jetzt an die neuen Tools angedockt werden – vorausgesetzt, der Kunde hat den Umzug in die Cloud zumindest schon angestoßen.

Die Strategie soll zwar dem aktuellen Fachkräftemangel entgegenwirken, allerdings stecken die meisten Funktionen noch in einer frühen Testphase. Der größte Haken für die Kunden: SAP schweigt sich beim Thema Preise noch komplett aus. Was der Spaß nach Ablauf der kostenlosen Testphasen tatsächlich kosten wird, steht also noch völlig in den Sternen.

Hacker erbeuten internen GitHub-Code

Der Open-Source-Riese GitHub hat einen fetten Sicherheitsvorfall bestätigt. Eine Gruppe von Cyberkriminellen hat den Rechner eines Mitarbeiters über eine manipulierte Erweiterung für Visual Studio (VS) Code gekapert. Die Angreifer behaupten, knapp 4.000 interne, private Repositories erbeutet zu haben, die sie nun in Darknet-Foren zum Verkauf anbieten. Immerhin gibt es eine kleine Entwarnung: GitHubs erste Untersuchung zeigt, dass der Schaden eingegrenzt werden konnte. Es floss wohl nur interner Quellcode ab – Kundendaten blieben komplett unangetastet. 

Eine massive Supply-Chain-Kampagne
Der Hack ist kein Einzelfall, sondern Teil einer aggressiven, automatisierten Supply-Chain-Kampagne. Die Angreifer haben bereits in über 500 Open-Source-Softwaretools Schadsoftware versteckt, um gezielt Passwörter und Zugangsdaten abzugreifen. 

Das fiese Prinzip dahinter: Sie kapern Werkzeuge, denen Entwickler blind vertrauen, und stehlen so aktive API-Schlüssel. Damit schleusen sie dann Malware ein, die sich von selbst weiterverbreitet. Ein Teufelskreis, der inzwischen auch Schwergewichte wie OpenAI, Anthropic und die Europäische Kommission getroffen hat.

SAP investiert in KI-Startup n8n

SAP hat Berichten zufolge gerade 60 Millionen Dollar in die Berliner KI-Automatisierungsplattform n8n gesteckt. Der Deal verdoppelt die Bewertung von n8n auf 5,2 Milliarden Dollar und macht das Startup aus dem Stand zu einem der wertvollsten KI-Unternehmen Deutschlands.

Doch es geht hierbei um weit mehr als nur Geld: SAP integriert die Tools von n8n direkt in die eigene KI-Entwicklungsplattform "Joule Studio". Nutzer bekommen so eine visuelle Drag-and-Drop-Oberfläche, um ihre KI-Workflows nahtlos direkt im SAP-System zu bauen und zu verknüpfen.

Dieser Schritt ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum "autonomen Unternehmen", wie SAP es nennt. Das große Ziel, das diese Woche auf dem hauseigenen Sapphire-Event vorgestellt wurde: KI-Assistenten sollen eines Tages komplette Routine-Geschäftsprozesse übernehmen und Hand in Hand mit menschlichen Kollegen arbeiten.

Anthropic launcht Claude Desktop-Plugin für KMU

Anthropic hat "Claude for Small Business" (CSB) auf den Markt gebracht – ein neues Desktop-Plugin, das Verwaltungsaufgaben wie Gehaltsabrechnung, Buchhaltung und Forecasts automatisieren soll.

Dank nativer Schnittstellen zu Tools wie QuickBooks, PayPal, HubSpot und Canva kann Claude ab sofort Daten direkt aus bestehenden Systemen ziehen. Das Tool nutzt 15 spezialisierte Workflows, um Handarbeit bei Aufgaben abzunehmen wie: 

  • dem Abgleich von QuickBooks-Kontoständen mit PayPal für die Erstellung von 30-Tage-Forecasts,

  • dem Zusammenstellen von Unterlagen für den Monatsabschluss, oder 

  • dem Ausspielen von Marketingkampagnen auf Basis von Echtzeit-Verkaufsdaten.

Achtung: Wenn Sie keinen Teams-Plan nutzen, verwendet Anthropic automatisch Ihre Chat-Daten für das Training der eigenen Modelle. Ist Ihnen Datenschutz wichtig, müssen Sie dem in den Einstellungen aktiv widersprechen (Opt-out).

SAP kauft Dremio und setzt für KI-Agenten auf Open-Source-Daten

SAP hat die Data-Lakehouse-Plattform Dremio übernommen, um ein technologisches Fundament für seine neuen Enterprise-KI-Tools aufzubauen.​

Der Plan: SAP will ein gewaltiges Problem vieler Nutzer aus der Welt schaffen – die Zersplitterung von Daten über unzählige verschiedene Systeme hinweg. Mit der Übernahme von Dremio zieht bei SAP nun auch das Format Apache Iceberg ein. Da es sich hierbei um einen Open-Source-Standard handelt, können Unternehmen ihre SAP-Daten endlich nahtlos mit Drittanbieter-Systemen verknüpfen. Das lästige Verschieben oder Umwandeln von Dateien hat damit ein Ende.

Jahrelang hat SAP seine Daten in eigenen, abgeschlossenen Formaten unter Verschluss gehalten. Jetzt nutzt der Software-Riese die Technologie von Dremio, um seine Business Data Cloud endlich zu öffnen und sie wirklich fit für das KI-Zeitalter zu machen.

Die neuen Funktionen sollen voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2026 auf den Cloud-Plattformen von SAP an den Start gehen.​

Salesforce bringt neue KI-Plattform für das Back-Office an den Start

Mit „Agentforce Operations“ hat Salesforce gerade eine brandneue Plattform vorgestellt, die KI direkt in die Backend-Prozesse holt. Eigentlich kennt man das Unternehmen ja vor allem für seine kundenorientierte Software. Doch mit diesem Release knöpft man sich gezielt die monotonen Routineaufgaben im Hintergrund vor, die große Unternehmen im Alltag oft massiv ausbremsen.​

Anstatt Mitarbeiter mit Dateneingaben, Bestandskontrollen oder dem Management der Lieferkette zu blockieren, reicht das System diese Aufgaben künftig einfach an autonome KI-Agenten weiter. Die Technik dahinter stammt von Regrello – einem KI-Betriebssystem für die Fertigungs- und Lieferkettenbranche, das Salesforce vor einiger Zeit übernommen hat. 

Laut Salesforce ist die potenzielle Zeitersparnis riesig. Die Agenten sollen Prozessdurchlaufzeiten um bis zu 70% verkürzen und 80 % der typischen manuellen Routinearbeit komplett überflüssig machen. Ein ziemlich beeindruckendes Beispiel: Ein KI-Agent hat ein Audit in gerade einmal 60 Sekunden komplett abgeschlossen. Ein menschliches Team sitzt an der gleichen Aufgabe gut und gerne vier Stunden.

Oracle NetSuite rollt neue KI-Tools für Entwickler aus

Oracle NetSuite hat die neuen „SuiteCloud Agent Skills“ auf den Markt gebracht. Das Ziel: Entwickler sollen maßgeschneiderte Anwendungen deutlich schneller programmieren können. Das Spannende daran ist, dass NetSuite diese Tools nicht einfach im eigenen Ökosystem einsperrt. Stattdessen teilt das Unternehmen seine spezifischen Richtlinien und Best Practices quer über mehr als 25 verschiedene KI-Plattformen hinweg.​

Entwickler können KI-Assistenten nun ganz einfach in Alltagssprache anweisen, speziellen NetSuite-Code zu schreiben, alte Skripte auf den neuesten Stand zu bringen oder ganz automatisch die richtigen Sicherheitsberechtigungen zu setzen.

Experten sind sich einig, dass dieser offene Ansatz eine enorme Zeitersparnis bringt. Gleichzeitig warnen sie aber auch, dass große Konzerne wegen ihrer festgefahrenen IT-Strukturen wohl eher zögerlich reagieren werden. Analysten raten Unternehmen ohnehin dazu, die KI erst einmal ganz behutsam in isolierten Testumgebungen auszuprobieren. So lässt sich vermeiden, dass man sich im Eifer des Gefechts versehentlich die bestehenden Arbeitsabläufe zerschießt.

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