Diese Updates aus dem Odoo & ERP-Universum sollten Sie diesen Monat nicht verpassen.
News aus dem Odoo HQ
Offizielle Updates und Beiträge direkt aus Odoo’s Zentrale, von Odoo-Mitarbeitern und Odoo-Gründer Fabien Pinckaers.
Odoo 20 wird neue Konnektoren, UI-Ansichten und KI-Agenten einführen
Zwei Monate vor der diesjährigen Odoo Experience wird die kommende Version 20 von Tag zu Tag konkreter.
Das sind die neuesten Sneak Peeks vom Odoo R&D-Team:
CEO Fabien Pinckaers verriet, wie Nutzer ihre jährliche Buchprüfung mit Odoo-KI automatisieren können, indem sie einfache Befehle wie diese verwenden:
„Ich bin der neue Finanzchef, sag mir alles, was ich für 2026 wissen muss“
„Starte die Jahresabschlussprüfung“
„Führe die vollständige Prüfung des Eigenkapitalzyklus durch“.
Odoo Discuss bekommt eine neue Menüansicht in der Taskleiste, der App und den mobilen Ansichten. Dort werden zentralisiert:
KI-Chats
WhatsApp-Nachrichten
Live-Chat-Unterhaltungen
Discuss-Kanäle
Interne Nachrichten
Und mehr.
Odoo bietet außerdem eine native Marketplace-Integration mit TikTok Shop. Diese ruft Bestellungen und Lieferscheine ab und synchronisiert Lagerbestände
Die Release-Notes zu Odoo 19.4 sind da
Odoo hat die Release-Notes für Version 19.4 veröffentlicht. Hier ist eine Übersicht über einige der interessantesten Neuerungen:
KI
Odoo wählt nun automatisch das beste KI-Modell für jede Aufgabe aus, basierend auf dem von dir gewählten Anbieter
Mit der Spracheingabe können Nutzer Anfragen an KI-Agenten freihändig diktieren
Ein nativer MCP-Konnektor ermöglicht es externen Tools, sich direkt mit deiner aktiven Odoo-Datenbank zu verbinden.
Buchhaltung
Die Rechnungszeilenvorhersage füllt Produkt, Konto, Steuer und analytische Verteilung basierend auf deinem Rechnungsverlauf automatisch aus
Die Duplikaterkennung verwendet nun vor dem Buchen eine zweistufige Warnung: Rot für wahrscheinliche Duplikate und Gelb für solche, die überprüft werden müssen
Quellensteuerrechnungen zeigen eine übersichtliche Aufschlüsselung in „Fälliger Betrag“, „Quellensteuer“ und „Nettobetrag“ mit der Option, jeden Teil separat zu bezahlen.
Vertrieb & E-Commerce
Verkaufsauftragszeilen erfordern kein verknüpftes Produkt mehr – nützlich für maßgeschneiderte Dienstleistungen oder einmalige Beschreibungen
Gib eine Zielmarge direkt in eine Zeile ein, und der Verkaufspreis wird automatisch neu berechnet
Kunden können nun Rücksendungen über ihr Portal veranlassen, ohne dein Team zu kontaktieren.
Lager & Fertigung
Vorgefüllte CMR-Dokumente können direkt aus Lieferungen für den internationalen Straßengüterverkehr generiert werden
Der Modus „Kontinuierliche Produktion“ startet den nächsten Arbeitsschritt, sobald Teilmengen fertig sind, ohne auf eine vollständige Charge zu warten.
Systemweit
In Kundenaufträgen, Bestellungen und Rechnungen wurde eine Umschaltfunktion für „inkl. MwSt.“/„exkl. MwSt.“ hinzugefügt
CC-Empfänger können nun beim Versenden von E-Mails aus Odoo hinzugefügt werden; dies wird im Chatter protokolliert, um einen lückenlosen Prüfpfad zu gewährleisten
Mit dem Massen-Download von Anhängen können Nutzer Rechnungen auswählen und alle Anhänge in einem Schritt als ZIP-Datei exportieren.
Odoo 19.4 ist ab sofort live auf Runbot & GitHub
Odoo 19.4 ist offiziell auf GitHub und Runbot verfügbar. Fabrice Henrion aus dem R&D-Team hat bestätigt, dass das SaaS-Deployment und die vollständigen Release Notes in Kürze folgen werden.
Direkt nach der Ankündigung hat die Odoo-Community bereits begonnen, den Code zu analysieren. Soweit wir wissen, wird diese Version:
Die Berechtigungen komplett neu strukturieren: Zugriffskontrolllisten (Access Control Lists) und Datensatzregeln (Record Rules) werden in einem einzigen Modell namens ir.access zusammengeführt
Eine einheitliche Schema.org JSON-LD-Ebene auf der gesamten Website einführen: Dadurch werden strukturierte Daten für Jobs, Events, Produkte, Kurse und Q&As auf einer konsistenten Basis zusammengeführt.
Die Version 19.4 ist voraussichtlich die letzte vor Odoo 20 und dürfte der mit Spannung erwarteten Hauptversion am nächsten kommen.
Odoo Experience kommt nach Indien
Odoos Flaggschiff-Event wird nun auch vom 11. bis 12. September in Indien stattfinden.
Diese Ankündigung folgt auf die weltweite Umbenennung der regionalen „Odoo Community Days“ in offizielle „Odoo Experience“-Events.
Dies signalisiert einen großen Wandel in Odoos internationaler Strategie und Wachstumsphase – und Indien war dabei ein wichtiger Schritt.
Indien ist der Sitz des Odoo-Hauptquartiers im Asiatischen Raum und einer der am schnellsten wachsenden Märkte, mit einem Umsatzwachstum von 120 % im vergangenen Jahr und über 170 Gold-Partnern im ganzen Land.
Die OXP Indien wird in Gandhinagar stattfinden. Die Master-Classes starten am 10. September im lokalen Odoo-Hauptquartier.
Mehr Informationen zu allen Odoo Experience 2026 Events:
Odoo Experience Indien (Gandhinagar)
Odoo Experience Belgien (Brüssel)
Odoo Experience Africk (Nairobi, Kenia)
Odoo 20 führt einen nativen MCP-Server ein
In der kommenden Version wird KI in Odoo noch handlungsfähiger. Das R&D-Team hat angekündigt, dass Nutzer der Enterprise-Edition Zugriff auf einen nativen MCP-Server bekommen.
Dieser verbindet KI-Assistenten direkt mit einem /mcp-Endpunkt, sodass kein externes Python-Gateway mehr nötig ist. Durch diese Out-of-the-box-Lösung wird Odoo selbst zum MCP-Server – ganz ohne zusätzliche Schnittstellen oder Umwege.
Das Feedback der Nutzer war positiv: Viele meinten, sie hätten „schon sehnsüchtig darauf gewartet“ und nannten es „ein geniales Feature, das die Konkurrenz mal wieder ins Schwitzen bringen dürfte“.
Grundsätzlich ist das eine richtig smarte Methode, um einem Assistenten Lesezugriff zu gewähren. Allerdings gibt es beim nativen MCP-Server momentan noch einige Einschränkungen.
Wir haben uns das Ganze im Detail angesehen: spannende Features, Sicherheitsaspekte und wo es im Moment noch hakt.
Meilenstein: Odoo erreicht 2 Millionen zahlende Nutzer
Laut Odoo-Mitarbeiter Ray Carnes wurde diese Marke sogar früher als gedacht geknackt.
Stand heute zählt Odoo 2.113.916 zahlende Nutzer. Davon werden 1.422.084 (67 % der Nutzer) vom Odoo-Partnernetzwerk betreut. Das beim Odoo Partner Day vorgestellte Wachstum zeigt: Das Tempo wird sich in Zukunft wohl noch weiter beschleunigen.
Community-Tratsch
Die heißen Themen, über die Odoo-Nutzer diesen Monat sprechen.
SAP versucht, Odoo-Partner mit PR-Paketen abzuwerben
Es kursieren Berichte, wonach SAP eine Kampagne gestartet hat, um Odoo- und andere ERP-Partner in ihr „Business One“-Netzwerk zu ‘locken’.
Ein LinkedIn-Nutzer berichtet,dass er ein PR-Paket mit einem „SAP Business One“-Trikot und einem Einladungsschreiben erhalten, in der „Premier League“ mitzuspielen. In der Community wurde diese Taktik als „dreist, aber lustig“ bezeichnet, während einige sie als „herablassend“ und sogar „peinlich“ (cringe) empfanden.
Diese kreative Marketing Taktik fällt genau in den Zeitpunkt, in dem die Europäische Kommission eine Kartelluntersuchung gegen SAP abgeschlossen hat. Dabei wurde festgestellt, dass das Unternehmen es Kunden strukturell unmöglich gemacht hatte, das System zu wechseln. .
Dem ERP-Riesen gelingt es zwar, Geldbußen zu entgehen, aber die Nachricht ist bereits in aller Munde.
Die gezielte Ansprache von Odoo ist hier jedoch eine recht kuriose Strategie, da beide Seiten unterschiedlicher nicht sein könnten:
Odoo ist Open-Source, und CEO Fabien Pinckaers ist bekanntlich ein erklärter Gegner von Vendor Lock-in – ein krasser Gegensatz zum proprietären und starren Modell von SAP.
Ein Odoo.sh-Commit verursacht JS-Fehler
Aktuell macht ein LinkedIn-Post in der Community die Runde, der auf ein neues Problem bei Odoo.sh-Instanzen hinweist.
Demnach löst ein kürzlich von Odoo veröffentlichter Commit bei manchen Anwendern einen SecurityError aus.
Das passiert offenbar vor allem dann, wenn man Drittanbieter-Module mit eingebetteten iFrames (wie Ringover) nutzt oder in v19 der Knowledge-App auf das Drei-Punkte-Menü klickt:
SecurityError: Failed to read a named property 'addEventListener' from 'Window': Blocked a frame with origin
Der empfohlene Workaround ist, bei Odoo.sh auf den Commit der Vorwoche zurückzugehen. Auf GitHub gibt es bereits einen Pull-Request, über den Odoo offenbar an einem Fix arbeitet.
Den Reaktionen zufolge ist das Problem bereits bei einigen Kunden-Instanzen aufgetreten, auch wenn das genaue Ausmaß noch unklar ist. Wer iFrame-basierte Integrationen auf Odoo.sh nutzt, sollte die Sache auf jeden Fall im Auge behalten.
Neues aus der ERP-Welt
Schlagzeilen aus der ERP-Welt, die Sie nicht verpassen sollten.
Salesforce Agentforce findet bei Unternehmenskunden keinen Anklang
Salesforce hat seine kurzfristige Wachstumsstrategie auf Agentforce ausgerichtet, eine KI-Agentenplattform zum Erstellen und Einsetzen von Agenten im gesamten Ökosystem.
Doch diese Woche deuteten zwei separate Berichte darauf hin, dass es bei der Zielgruppe nicht ankommt.
Eine Studie kam zu dem Schluss, dass die Einführung länger dauern wird als erwartet und sich wahrscheinlich nicht nennenswert über den Salesforces Kernmarkt (CRM) hinaus ausweiten wird. Eine andere Umfrage ergab, dass Unternehmen Agentforce in ihren IT-Budgets für die nächsten 12 Monate niedriger priorisieren wollen.
Erschwerend kommt das Preismodell von Agentforce hinzu: Die meisten Kunden sind nicht bereit, zusätzlich zu einem ohnehin schon teuren Vertrag noch für KI-Funktionen in ihrer Unternehmenssoftware zu bezahlen.
Ein Sprecher sieht das anders und bezeichnet Agentforce als „das am schnellsten wachsende Produkt in der Geschichte von Salesforce”, doch die Salesforce-Aktie ist in diesem Jahr um über 36 % gefallen.
Für das Odoosphere ist das ein klares Signal: Selbst ein marktführendes Unternehmen wie Salesforce kann KI-Adoption nicht allein durch Preisdruck durchsetzen.
Kunden wollen KI in Tools, denen sie bereits vertrauen, integriert sehen und nicht als separates Add-on verkauft bekommen.
SAP entgeht EU-Strafzahlung wegen wettbewerbswidriger Praktiken
SAP ist einer Geldstrafe der Europäischen Kommission entgangen, nachdem diese festgestellt hatte, dass das Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung missbraucht hat. Die Europäische Kommission hatte im vergangenen September eine formelle Untersuchung der Kundendienstpraktiken von SAP im After-Sales-Bereich eingeleitet.
Das Unternehmen hatte es Kunden strukturell unmöglich gemacht: :
Den Support für ungenutzte Lizenzen zu kündigen
Den Anbieter zu wechseln, ohne dass Wiedereinführungsgebühren anfallen
Ihre Lizenzbedingungen zu kündigen oder zu verlängern, ohne dass sich diese automatisch verlängern
Den gleichen Support-Level über ihre gesamte SAP-Landschaft hinweg beizubehalten.
SAP konnte die Strafen abwenden, indem das Unternehmen rechtlich bindende Zusagen für den Umgang mit Wartungs- und Supportleistungen für On-Premise-Kunden für die nächsten zehn Jahre machte.
Unter den neuen Bedingungen können Kunden verschiedene Wartungsanbieter und Support-Level wählen. Sie können jetzt Lizenzen kündigen, wenn SAP das Serviceniveau senkt, Kosten senken, wenn die Mitarbeiterzahl um 10 % oder mehr sinkt, und Lizenzen bei der Veräußerung von Geschäftsteilen übertragen.
Vertreter der Europäischen Kommission nannten dies „einen Meilenstein für die Branche“ und warnten, dass sich dieselbe strenge Prüfung auch auf die Cloud-Märkte erstrecken wird. Für Odoo-Nutzer ist dies aus zwei Gründen relevant:
SAP-Kunden haben nun einen klareren Weg, ein Ökosystem zu verlassen, in dem sie stark gehalten wurden
Die Regulierungsbehörden signalisieren, dass das restriktive Alles-oder-Nichts-Vertragsmodell, das ERP-Systeme über Jahrzehnte hinweg geprägt hat, nicht mehr unantastbar ist.
SAP tritt auf die Kostenbremse, um KI-Offensive zu finanzieren
SAP kürzt Team-Budgets, um mehr Geld in den Bereich Künstliche Intelligenz stecken zu können.
Der Kon kündigte strengere Regeln für Neueinstellungen und Geschäftsreisen an. Zuvor hatte Bloomberg sogar berichtet, dass ein kompletter Einstellungsstopp im Raum stand.
Das Ganze ist Teil eines groß angelegten Umstrukturierungsprogramms, das SAP vor 18 Monaten gestartet hat, um sich für die KI-Ära zu rüsten – für CEO Christian Klein die zentrale strategische Wette.
Dabei stehen Tausende Stellen auf dem Prüfstand: Jobs in langsamer wachsenden Bereichen werden gestrichen, während Teams in Zukunftsfeldern ausgebaut werden.
SAP ist mit diesem Druck allerdings nicht allein. Softwareanbieter spüren generell die Sorge der Investoren, dass KI-Modelle es Unternehmen bald ermöglichen könnten, ihre Business-Tools günstig selbst zu bauen und die etablierten Anbieter einfach zu umgehen.
Klein hält konsequent dagegen: „Wir verlieren wegen KI keine Aufträge. Wir gewinnen Aufträge dank KI.“
Ob das so bleibt, wenn die Fähigkeiten der KI weiter rasant wachsen, ist die eigentliche Frage – und SAP setzt seine gesamte Kostenstruktur auf diese Antwort.
Portugal startet erste Open-Source-KI für Souveränität in der EU
Mit der Vorstellung von „Amalia“, seinem ersten Open-Source-LLM (Large Language Model), reiht sich Portugal in die wachsende europäische Bewegung für mehr KI-Souveränität ein.
Das Modell wurde von einem Zusammenschluss portugiesischer Universitäten und Forschungseinrichtungen entwickelt und mit 5,5 Millionen Euro aus dem EU-Wiederaufbaufonds finanziert.
Es ist so konzipiert, dass Behörden, Unternehmen und Forscher darauf aufbauend eigene, maßgeschneiderte KI-Anwendungen entwickeln können. Das Modell, die Trainingsdaten und der Code stehen komplett unter einer Open-Source-Lizenz zur Verfügung.
Zu den ersten geplanten Anwendungen zählen ein virtueller Museums-Guide, Entscheidungshilfen für die Marine, ein KI-Lehrassistent und ein digitaler Helfer für Bürgerämter.
Dieser Schritt folgt auf ähnliche Initiativen in Frankreich (Mistral) und Deutschland (Aleph Alpha) und passt zum kürzlichen Wechsel des EU-Parlaments von Google zu Qwant.The move follows similar efforts in France with Mistral and in Germany with Aleph Alpha, and echoes the European Parliament's recent switch to Qwant over Google.
Die Botschaft der europäischen Regierungen wird immer eindeutiger: Um strategisch unabhängig zu bleiben, muss die EU den KI-Stack besitzen – und nicht nur mieten.
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