Diese Updates aus dem Odoo & ERP-Universum sollten Sie diesen Monat nicht verpassen. .
News aus dem Odoo HQ
Offizielle Updates und Beiträge direkt aus Odoo’s Zentrale, von Odoo-Mitarbeitern und Odoo-Gründer Fabien Pinckaers.
Odoo teasert neuen KI-Agenten für Version 20
In einem aktuellen Webinar hat Odoo die neuesten KI-Features der Updates 19.1 und 19.2 sowie der heiß ersehnten Version 19.3 live gezeigt. Dabei ließ das Team auch schon erste handfeste Details zu Odoo 20 durchblicken – und die Zukunft steht klar im Zeichen der autonomen KI-Agenten.
Das sind die neuen Funktionen:
- Datensätze per Chat aktualisieren: Ein kurzer Befehl im Chatfenster reicht aus, um bestehende Datenbankeinträge auf den neuesten Stand zu bringen.
- Neue Datensätze anlegen lassen: Egal ob Kundenprofile oder neue Verkaufschancen – auf Zuruf erstellt die KI komplett neue Einträge.
- Bilder generieren: Produktfotos lassen sich jetzt direkt in Odoo erstellen oder bearbeiten. So können Sie etwa ein simples Artikelbild nahtlos in einen völlig neuen, realistischen Hintergrund einbauen lassen.
- Websites per „Vibe Coding“ bauen: Sie beschreiben einfach in Textform, was Sie sich optisch wünschen, und die KI baut Ihnen das komplette Website-Layout inklusive passendem Theme.
- Websuche: Die KI-Agenten können ab sofort selbstständig online recherchieren. Sie können der KI also einfach den Link zu einer anderen Website als Design-Vorbild mitgeben.
- Automatisierte SEO-Optimierung: Odoo generiert jetzt völlig automatisch SEO-optimierte Titel, Beschreibungen und passende Keywords, um das Suchmaschinen-Ranking Ihrer Seite zu pushen.
- Massen-Upload für Dokumente: Laden Sie problemlos gleich mehrere Dateien auf einmal hoch, um Ihren KI-Agenten mit spezifischem Unternehmenswissen zu füttern.
- KI-Wissen manuell auf den neuesten Stand bringen: Der Wissensstand Ihrer KI lässt sich nun ganz bequem per Knopfdruck auffrischen. Das nervige Löschen und Neu-Hochladen von Dokumenten fällt endlich weg.
- KI direkt zu Dokumenten befragen: Sparen Sie sich das Lesen langer Texte. Sie können sich Dokumente direkt in der Vorschauansicht zusammenfassen lassen oder die KI gezielt nach bestimmten Details durchsuchen.
Ausblick auf Odoo 20:
Das nächste große Release wird den Fokus noch stärker darauf legen, KI als zentralen, eigenständigen Bestandteil fest in den Arbeitsalltag zu integrieren.
Außerdem hat Odoo vor, die Auswahl an verfügbaren KI-Modellen deutlich aufzustocken.
Momentan greift Odoo auf ChatGPT und Gemini zurück, aber das Team arbeitet unter Hochdruck daran, weitere Anbieter anzubinden. Besonders hoch im Kurs steht dabei Mistral – eine europäische, lokale Alternative, die sich viele Kunden schon lange wünschen.
Die Uhr tickt allerdings: Bis zum geplanten Launch im September haben die Entwickler ein extrem knappes Zeitfenster von gerade einmal vier Monaten.
Die Anbindung dieser neuen Modelle steht für Version 20 ganz oben auf der Prioritätenliste. Wenn die Zeit aber nicht reicht, könnte sich dieses Feature auf Version 21 verschieben.
Community-Tratsch
Die heißen Themen, über die Odoo-Nutzer diesen Monat sprechen.
Vibe Coding in Odoo - Fluch oder Segen?
Seit Claude kürzlich in Odoo.shintegriert wurde, laufen die Diskussionen im Netz heiß: Geben Unternehmen damit die Kontrolle über ihre eigene Software aus der Hand?
Mit diesem neuen Setup bekommen Unternehmen eine gewaltige Programmier-Power in die Hände. Projekte, die früher Monate gedauert haben und richtig ins Geld gingen, sind jetzt innerhalb von Minuten erledigt. Gerade für Firmen, die mit einem knappen Budget kalkulieren müssen, ist das ein absoluter Jackpot. Schließlich lassen sich so völlig neue Ideen extrem kostengünstig und komplett ohne finanzielles Risiko ausprobieren.
Erfahrene Entwickler schlagen jedoch Alarm. Sie warnen eindringlich davor, sich blind auf die KI zu verlassen. Die Folge ist nämlich oft unübersichtlicher „Spaghetti-Code“ und tief versteckte Fehler, die später im Live-Betrieb kaum noch zu beheben sind. Gerade bei geschäftskritischen Kernsystemen gilt die goldene Regel: Stabilität schlägt Geschwindigkeit. Ohne eine erfahrene Hand, die alles kontrolliert, wird das schnelle „Vibe Coding“ rasch zu einem riesigen Berg an technischen Schulden.
Unterm Strich wird uns diese Diskussion wohl noch eine ganze Weile begleiten. Ähnlich wie beim Dauerstreit um Odoo Studio dürfte auch die Debatte um KI-generierten Code ein fester Bestandteil der Community-Kultur werden. Wir stehen bei der KI-gestützten Anpassung schließlich erst ganz am Anfang – und der Einfluss dieser Technologie wird in Zukunft garantiert nicht kleiner werden.
Neues aus der ERP-Welt
Schlagzeilen aus der ERP-Welt, die Sie nicht verpassen sollten.
SAP kauft Dremio und setzt für KI-Agenten auf Open-Source-Daten
SAP hat die Data-Lakehouse-Plattform Dremio übernommen, um ein technologisches Fundament für seine neuen Enterprise-KI-Tools aufzubauen.
Der Plan: SAP will ein gewaltiges Problem vieler Nutzer aus der Welt schaffen – die Zersplitterung von Daten über unzählige verschiedene Systeme hinweg. Mit der Übernahme von Dremio zieht bei SAP nun auch das Format Apache Iceberg ein. Da es sich hierbei um einen Open-Source-Standard handelt, können Unternehmen ihre SAP-Daten endlich nahtlos mit Drittanbieter-Systemen verknüpfen. Das lästige Verschieben oder Umwandeln von Dateien hat damit ein Ende.
Jahrelang hat SAP seine Daten in eigenen, abgeschlossenen Formaten unter Verschluss gehalten. Jetzt nutzt der Software-Riese die Technologie von Dremio, um seine Business Data Cloud endlich zu öffnen und sie wirklich fit für das KI-Zeitalter zu machen.
Die neuen Funktionen sollen voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2026 auf den Cloud-Plattformen von SAP an den Start gehen.
Salesforce bringt neue KI-Plattform für das Back-Office an den Start
Mit „Agentforce Operations“ hat Salesforce gerade eine brandneue Plattform vorgestellt, die KI direkt in die Backend-Prozesse holt. Eigentlich kennt man das Unternehmen ja vor allem für seine kundenorientierte Software. Doch mit diesem Release knöpft man sich gezielt die monotonen Routineaufgaben im Hintergrund vor, die große Unternehmen im Alltag oft massiv ausbremsen.
Anstatt Mitarbeiter mit Dateneingaben, Bestandskontrollen oder dem Management der Lieferkette zu blockieren, reicht das System diese Aufgaben künftig einfach an autonome KI-Agenten weiter. Die Technik dahinter stammt von Regrello – einem KI-Betriebssystem für die Fertigungs- und Lieferkettenbranche, das Salesforce vor einiger Zeit übernommen hat.
Laut Salesforce ist die potenzielle Zeitersparnis riesig. Die Agenten sollen Prozessdurchlaufzeiten um bis zu 70% verkürzen und 80 % der typischen manuellen Routinearbeit komplett überflüssig machen. Ein ziemlich beeindruckendes Beispiel: Ein KI-Agent hat ein Audit in gerade einmal 60 Sekunden komplett abgeschlossen. Ein menschliches Team sitzt an der gleichen Aufgabe gut und gerne vier Stunden.
Oracle NetSuite rollt neue KI-Tools für Entwickler aus
Oracle NetSuite hat die neuen „SuiteCloud Agent Skills“ auf den Markt gebracht. Das Ziel: Entwickler sollen maßgeschneiderte Anwendungen deutlich schneller programmieren können. Das Spannende daran ist, dass NetSuite diese Tools nicht einfach im eigenen Ökosystem einsperrt. Stattdessen teilt das Unternehmen seine spezifischen Richtlinien und Best Practices quer über mehr als 25 verschiedene KI-Plattformen hinweg.
Entwickler können KI-Assistenten nun ganz einfach in Alltagssprache anweisen, speziellen NetSuite-Code zu schreiben, alte Skripte auf den neuesten Stand zu bringen oder ganz automatisch die richtigen Sicherheitsberechtigungen zu setzen.
Experten sind sich einig, dass dieser offene Ansatz eine enorme Zeitersparnis bringt. Gleichzeitig warnen sie aber auch, dass große Konzerne wegen ihrer festgefahrenen IT-Strukturen wohl eher zögerlich reagieren werden. Analysten raten Unternehmen ohnehin dazu, die KI erst einmal ganz behutsam in isolierten Testumgebungen auszuprobieren. So lässt sich vermeiden, dass man sich im Eifer des Gefechts versehentlich die bestehenden Arbeitsabläufe zerschießt.
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